veröffentlicht am 01.03.2003 von Sun Microsystems GmbH
Mehr Flexibilität in der kommunalen Verwaltung
von SUN Microsystems GmbH
Die Stadt Treuchtlingen schafft Handlungsspielraum mit Thin Clients
"Treuchtlingen wandelt sich für seine Bewohner und Gäste immer mehr zu einer modernen,
innovativen Stadt. Diesen Prozess unterstützt ein zukunftsgerichtetes Informationssystem
bedeutend besser als eine herkömmliche EDV."
Heinz-Markus Graesing, IT-Leiter, Stadtverwaltung Treuchtlingen.
Die breit gefächerten Aufgaben einer Stadtverwaltung stellen an das IT-System höchste
Anforderungen. Mit einer unkonventionellen Systemlösung bahnt sich die bayerische Stadt
Treuchtlingen den Weg zu deutlich höherer Effizienz.
Ursache für die Komplexität sind einerseits die breit gefächerten Geschäftsabläufe, die
durch Verordnungsänderungen ständigen Anpassungen unterworfen sind. Andererseits steht
den Kommunen nur ein begrenztes Angebot an Softwareprodukten zur Verfügung  es ist im
Laufe der Zeit patchworkartig gewachsen. Sieht man sich den Geschäftsverteilungsplan an,
wird der Umfang der Aufgaben deutlich: von der zentralen Verwaltung über Schulwesen,
Fremdenverkehr, Finanzen, Steuerverwaltung, öffentliche Sicherheit und Ordnung bis zur
Stadtentwicklung erstrecken sich die Verantwortlichkeiten. Software-Konsolidierung lautet deshalb der Appell an die Programmanbieter.
Wie Hunderte anderer Kommunen auch arbeitete die Stadtverwaltung Treuchtlingen in
der Vergangenheit mit einem NT-basierten Server-Client-System. Das in seiner Flexibilität
eingeschränkte System forderte einen hohen Zeiteinsatz in der Administration und Wartung
der einzelnen Arbeitsplätze. Zudem behinderten häufige Systemausfälle den Arbeitsfluss.
Von eleganter Informationsverarbeitung keine Spur. "Allein aufgrund kollidierender DLLs in
gleichzeitig eingesetzten Programmen mussten einige Mitarbeiter als Ausweg mehrere
Systeme an ihrem Arbeitsplatz in Kauf nehmen", erinnert sich Heinz-Markus Graesing,
IT-Leiter der Stadtverwaltung Treuchtlingen.
Stadt im Aufbruch
Die Verantwortlichen vom Bürgermeister bis zum IT-Leiter waren sich einig, ein offenes,
benutzerorientiertes IT-Konzept umzusetzen, das der strategischen Ausrichtung der Stadt
Rechnung tragen konnte. Die nicht unbedeutende Nebenbedingung lautete, das niedrige
Budget einzuhalten.
"Unsere Vorgaben lauteten: Reduktion von Abhängigkeiten, Abkehr von dezentralen
Applikationen und raus aus der Kostenfalle", so Graesing. "Von allen Angeboten hat uns
etztendlich der Lösungspartner R-zwo-R mit der Sun Thin-Client-Lösung am meisten überzeugt." Die Entscheidung für das Team von R-zwo-R
fiel aufgrund dessen weit reichender
Erfahrung mit komplexen IT-Systemen und
IT-Sicherheitsfragen.
Die Lösung
Zentraler Rechner des Systems ist ein Sun
Enterprise 450 Server. Anfangs mit zwei
400-MHz-Prozessoren ausgestattet, bedient der
2-GB-RAM-Server in der Ausbaustufe mit vier
CPUs gleichzeitig die rund 50 Arbeitsplätze vom
Typ Sun Ray 1. Als Massenspeicher dienen
mehrere sich gegenseitig spiegelnde Festplat-
ten-Arrays mit insgesamt 140 GB Speicher-
volumen. Charakteristisches Merkmal der
Sun Ray 1 Clients ist die hohe Verlässlichkeit im
täglichen Einsatz. Da jede Session direkt auf
dem Server läuft, beschränkt sich die Aufgabe
der Arbeitsstationen auf die reine Ein- und
Ausgabe der Daten. Die laufwerklosen Statio-
nen erfordern zudem keinerlei Betreuung vor
Ort, da sie ohne eigenes Betriebssystem funk-
tionieren.
Die Systemanmeldung der Mitarbeiter
erfolgt per personalisierter Smartcard. Vorteil
dieser Methode: An jeder Station, an der sich
ein Mitarbeiter einloggt, greift er unmittelbar
auf genau die Session zu, die er zuvor an einer
anderen Station bearbeitet hat. "Das erhöht
die Mobilität der Mitarbeiter und erleichtert
damit deren tägliche Arbeit", freut sich
Graesing über die dadurch ausgelöste starke
System-Akzeptanz bei seinen Kollegen.
Die Verbindung der Welten
Lösungspartner R-zwo-R wählte für eine rei-
bungslose Installation den Weg, das System
erst in kleineren und dann immer größeren
Arbeitsgruppen einzuführen. Zunächst war aus
Sicherheitsgründen ein Parallelbetrieb
möglich. Im jetzigen Vollbetrieb arbeiten im
Hintergrund mehrere Unix-, Linux- und Windows-Server. Als Netzwerk-Dateisysteme
kommen SMB (Server Message Block) und NFS
(Network File System) zum Einsatz, wobei die
Benutzer gegenüber einem zentralen
OpenLDAP-Server authentifiziert werden.
Vorteil ist die zentrale Dateihaltung wie auch
Benutzerverwaltung unter gleichzeitiger
Verwendung von Unix, Linux und Windows. Für
Datenbankanwendungen stehen Oracle-Daten-
bank sowie MySQL zur Verfügung.
Die Sun Ray 1 Clients sind für den
Multimediaeinsatz mit 24-Bit-Farbtiefe und
Soundein- und -ausgabe ausgelegt. Für die
Windows-2000-Server bei Grafiklastigen
Anwendungen übernimmt Citrix Metaframe XP
mit dem ICA-Protokoll den Terminalservice. Für
schnelle Verbindungen mit 256 Farben in die
Windows-Welt wird die Open-Source-Software
RDesktop mit Zugriff auf das RDP-Protokoll
eingesetzt. Mehrere Anwendungen, wie
beispielsweise die Standesamtsverwaltung
Elvis, erfordern spezielle Windows-Versionen.
Geschickt laufen diese Applikationen in
Treuchtlingen vollkommen konfliktfrei unter
der Software VMWare GSX Server.
Intranetanwendungen wie Termin-,
Adress-, Projektverwaltung und Helpdesk sind
vollständig in PHP realisiert. Die Administrato-
ren sind von dem Open-Source-Projekt deshalb
so überzeugt, weil sie hier leicht Anpassungen
vornehmen können. Standardsoftware lässt
beispielsweise manche Auswertung überhaupt
nicht zu.
Auch bei der Bürosoftware werden keine
Kompromisse eingegangen: teure Office-Pakete
haben ausgedient. Jetzt setzt die Stadtverwal-
tung konsequent auf das neue StarOffice, das
in Treuchtlingen direkt unter Solaris läuft.
Erfolgsbilanz
Erste Nachkalkulationen haben die geplan-
ten Einsparungen voll bestätigt. "Die Stadt
spart ein Fünftel der Ausgaben in drei Jahren
ein", schwärmt der IT-Leiter. "Bei Betrach-
tung der Kosten ab dem vierten Jahr steigt
die Ersparnis gegenüber einem herkömm-
lichen Client-Server-System noch einmal
deutlich, weil kein Hardwareaustausch auf-
grund neuer Technologien notwendig ist."
Aufgrund der niedrigen Lizenzgebühren pro
Client verbessert sich die Nutzenrelation
noch mit jedem zusätzlich installierten
Arbeitsplatz. Die Gesamtkosten pro Arbeits-
platz (TCO) liegen mit rund 1.500 Euro im
Jahr auf einem auffallend niedrigen Niveau.
Die Anstrengungen beim Umbau der
IT-Infrastruktur haben sich auch anderweitig
ausgezahlt. Tägliche Systemausfälle gehören
der Vergangenheit an. Bester Beweis: In den
letzten sechs Monaten stand das System
gerade mal drei Minuten still. Ursache war
kein Fehler im System, sondern die unter-
brechungsfreie Stromversorgung (USV), die
Die hohe Systemstabilität hat auch den
Personalaufwand im Rahmen gehalten. So
hat Graesing nur noch einen Kollegen, der
ihn in seiner täglichen Arbeit unterstützt.
Ohne die Umstellung wäre mindestens ein
Dreier-Team notwendig gewesen.
Zukunftsplanung
Resümierend stellt Graesing fest: "Auch
wenn anfangs einige Überzeugungsarbeit
erforderlich war, haben die Beteiligten schnell
erkannt, welche enormen Vorteile das
zukunftsorientierte Konzept in der täglichen
Arbeit bringt."
In der nächsten Ausbaustufe sollen auch
in den Stadtwerken und im Bauhof weitere Sun
Arbeitsplätze eingerichtet werden. Im Hinblick
auf Geschwindigkeit und Sicherheit werden
die neuen Einheiten per Glasfaser mit dem
Netzwerk in der Stadtverwaltung verbunden.
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